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  • AutorenbildElvira Schmidt

Holzbild „Himmel im Kopf – Kopf im Himmel“ – Bei sich sein und doch verbunden sein

Aktualisiert: 1. Dez. 2023

Ich setze mich vor ein altes Holzbrett, ohne zu wissen, was passieren wird.


Das ist wahrscheinlich der Prozess, der mich am meisten bei meiner Arbeit fasziniert.

Und diese Faszination ist, mit den Jahren, noch gewachsen. Und sie wächst weiter…


Gleich wird etwas Zaubergleiches passieren …

Denn auf den Spuren des Holzes, denen ich folge, wird nach und nach etwas sichtbar werden. Etwas, was irgendwie mit diesem Dreiklang zu tun hat:

der ehemalige Baum, etwas poetisch Berührendes und meine Innenwelt.


Es ist ein wenig, wie mit der Zaubertinte, die wir als Kinder ausprobiert haben. Man schreibt mit einer Mischung aus Zitronensaft auf ein Papier und die Schrift wird nach dem Trocknen unsichtbar. Hält man dieses später dann über eine Wärmequelle, werden die Schreibschwünge sichtbar.

Es materialisiert sich, wie durch Wunderhand eine bräunliche Schrift und wird lesbar.


Diesem Prozess sehr ähnlich, entsteht bei mir im Atelier ein neues Holzbild.

So geschehen auch bei „Himmel im Kopf – Kopf im Himmel“.


Ein großformatiges Kommodenteil mit einer Unterleiste.

Zwei klappbare, spitze, verrostete Metallteile an der Oberseite und die Holzoberfläche ist, im Streiflicht sieht man es, bearbeitet. Auf der Holzoberfläche Astaugen und ovale Einkerbungen. Wie kleine Krater – etwa 1 Euro Stück groß.

Und dann diese wunderschöne Oberflächenmaserung. Feine und doch gut sichtbare Linien, gewachsen über Jahre.


Sie haben Wasser und Nährstoffe aus dem Waldboden gezogen, damit sie wachsen können. Sie haben harte & eisige Winter, heiße & glühende Sommer, aufatmendes & aufblühendes Frühjahr und stürmischen & bunten Herbst erlebt.


In den Baumkronen haben Eichhörnchen getollt und Vögel gesessen und gesungen.

Rehe sind vorbeigezogen und Füchse vorbei gestreift.

Hasen und vielleicht auch mal, ein großer, dicker Dachs.


Und der Baum stand. Stoisch, fest, ganz bei sich und doch verbunden mit allem.

Und jetzt befindet sich dieses Holzteil auf zwei Staffeleien und es entsteht, wenn ich den Spuren der Oberfläche mit dem Stift folge, „ein Gesicht“ das ganz in sich versunken und bei sich zu sein scheint.


„Wie der einstige Baum…“ kommt es mir in den Sinn.

Und dann erscheinen sie drumherum.

Aus den Einkerbungen wird ein Auge, aus dem sich ein Kopf, ein Körper, ein Flügel bildet:

Ein Vogelflug.

Es werden viele. Diesmal nicht lustig cartoonhaft, sondern frei und lebendig.

Wünderschön, sind sie zum Teil. Konzentriert im Flug.

Es ist eine Schar, eine Flugschar.

Gibt es dieses Wort überhaupt?

Ein Schwarm.

Jeder für sich auf seinem Weg. Wohin auch immer. Und doch irgendwie gemeinsam.

Noch ist nur der Strich auf dem Holz zu sehen. Die Konturen.

Doch vor meinem inneren Auge, sehe ich schon, das Türkisblau, von dem sie umgeben sein werden.


Und genauso passiert es später, als ich den Pinsel eintauche und wie geführt, male.

Die Figuren füllen sich mit Farbe, später noch mit aufgeklebten Papierschnipseln (Collageelemente)

An manchen Stellen.

Ich male und male und male. Kann mich an die Einzelheiten später kaum erinnern.

Das ist wohl der Zustand, den der Glücksforscher Mihaly Csikszentmihaly in seiner „Flow“ Theorie beschrieben hat.


„Himmel im Kopf“ ist schon vor Jahren entstanden.

Es hing in mehreren Ausstellungen, war und ist auf Flyern abgebildet. Ich habe es oft auf Führungen erklärt und ich habe Menschen erlebt, die bei seinem Anblick, ganz still und lange davor stehen geblieben waren. Um dann irgendwann, mit so etwas wie innerer Beglückung im Gesicht, weiter gegangen sind.


Heute erst, kann ich wahrnehmen, dass es Schichten sind, die sich hier übereinander legen:

Die Schicht des Holzes, der einmal ein Baum war, die Schicht des Motives und meine innere Schicht, die irgendwie mit den beiden anderen verbunden zu sein scheinen.

Denn wie durch einen Zauber, macht das Holz Inneres sichtbar. Gefühle, Prozesse …

Es codiert, verschlüsselt irgendwie mein Innenleben in Motive.

Mal ganz offentsichtlich. Mal auf den ersten Blick sichtbar. Verstehbar.

Mal auch sehr chiffriert, so dass mir die Tiefe der Dimension, erst viel später und dann umso intensiver klar wird.

Wenn ich das Holzbild erkläre oder mich, wie hier geschehen, nochmal für einen Instagrampost, ein Reel oder eben diesen Blogpost damit befasse.


Auch das kann Social Media, wenn man es zulässt:

vertiefen und wirklich eintauchen.

Und so entsteht, Jahre später, eine Beschreibung, die sich diesem Herzensbild, schon ganz gut annähert:


Der Kopf im Himmel und der Himmel im Kopf.

Beides greift ineinander.

Ganz bei sich sein.

In sich hinein lauschen und drumherum Leichtigkeit & Lebendigkeit im Flug.


Und hier ist sie jetzt, die vierte Schicht / Dimension von „Himmel im Kopf“.

Die vierte Schicht seid Ihr:

Die Betrachterinnen und Betrachter.


Die Geschichte wird weiter erzählt. Durch Euch und Eure Wahrnehmung.

Was löst „Himmel im Kopf“ bei Euch aus? Welche Gefühle und Gedanken entstehen bei Euch?

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Herzensholzbild mit meditativer und zugleich lebendiger Ausstrahlung – voller Lebensfreude.

Strahlt inneren Frieden aus. Ermutigt. Macht Hoffnung.

Ein Traum für einen Yogaraum, einen Spabereich, eine Praxis / Kanzlei oder auch einfach den Wohnbereich.


Info über www.elvira-schmidt.de / per dm / telefonisch 08075 91 302 91













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