• Elvira Schmidt

Widmung - Schreiben am Wegesrand

"Jetzt zählt" war das Motto während unserer Studentenzeit.


Wir, meine Freundin und ich, tauchten voller Energie in Seminare an der Uni, sahen uns nachmittags Filme im Raucherkino an und flogen durch die Nächte, um zu tanzen und zu feiern. Die Welt schien voller Wunder, die uns euphorisierten. Und dies mussten wir erleben und mitteilen. Dringlichst !


Wir trafen uns nach Auslandsaufenthalten und unser Austausch fand kein Ende, war oft auffällig lautstark, so dass die Leute sich umdrehten.

Wir öffneten unsere Tür für die andere, als die ersten Einschläge uns trafen, in der Liebe und im Leben, durch Krankheiten und Todesfälle.


Meine Freundin lebt heute, die meiste Zeit in der Wüste und ist international erfolgreiche Künstlerin zusammen mit ihrem Mann.

Ich lebe im Chiemgau, male auf Holzfundstücken und stelle mit meinem Mann Mathias Schneider, der Holzbildhauer ist, aus. Außerdem zeichne und schreibe ich.


Sie war in den dunkelsten Stunden meines Lebens an meiner Seite. Virtuell durch mails und viel später durch WhatsApp. Sie schaut in mein Innerstes. Kennt mich einfach. Hat immer an mich geglaubt. Wir schildern uns unser Leben. Teilen die Wunder, den Schmerz und die Magie des Alltags. Noch immer.

Und unser Motto ist „Jetzt zählt“. Noch immer und immer wieder.

Achtsamkeit als Begriff wird viel strapaziert, aber genau das ist es. Die Augenblicke wahrzunehmen, die einem jeder Tag bringt. Die lauten und die stillen, die skurrilen und die verzweifelten.

Wenn ich auf mein Leben blicke, scheinen es viele verschiedene Leben gewesen zu sein. All die Begegnungen, Orte, Erlebnisse. Dies zu erinnern, wertzuschätzen und letztendlich auch zu verarbeiten, ist der innere Antrieb zu diesen Texten.


Meiner Freundin widme ich voller Dankbarkeit mein „Schreiben am Wegesrand". Diese Rubrik erzählt in loser Folge in Zeitsprüngen, mal ausgefeilter, mal skizzenartig, mal poetisch von den Wimpernschlägen des Lebens.

"Jede Existenz ist beschreibenswert." Doris Dörrie

Am täglichen Wegesrand passiert kaleidoskopartig das Leben.






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