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31.03.2020

**Neunte Kolumne**

In diesen Tagen melden sich Astronauten und Pater Anselm Grün zu Wort, um den Menschen Ratschläge zu geben mit der derzeitigen Situation besser zurecht zu kommen. Rat-Schläge.
Erst überlegte ich das Wort Tipps zu benutzen. Seit es jedoch vor vielen, vielen Jahren, auf zwei statt nur einem p rechtschreibreformiert wurde, erschreckt es mich noch immer beim Schreiben.
Rat-schläge also. Lässt sich jemand wirklich schlagen, um einen Rat zu bekommen, frage ich mich.
Aber zurück zum Thema der Isolation.
Sich isolieren, ist für einige Berufe unbedingt notwendig, um etwas zu schaffen, zu produzieren, zu kreieren.
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Dazu schrieb just der Autor John Irving:
“I’m a writer — I’m used to enjoying self-isolation. Give it a chance; you’ll find things to like about it.”
Der Arbeitsprozess eines Kreativen, macht den Rückzug, das Aufsichzurückgeworfensein unbedingt notwendig. Nur dann kann man den eigenen Atem, die eigene Stimme, die eigene Musik, die eigenen Bilder, wahrnehmen.
Ohne Außengeräusche.
Für mich persönlich ist dieser Rückzug lebens-notwendig, als Gegenpol zu meinen anderen beruflichen Tätigkeiten. In Zeiten, in denen sich zu viel im Außen abspielt und dieser Rückzug nicht möglich ist, wird es unangenehm in mir drin. Dann gilt es den Rückzug zu planen und anzutreten.
Deshalb haben Künstler und Kreative in diesen Zeiten immer noch zu tun. Ihr Repertoire, ihre Ideen, ihr Schaffensdrang steht selten still. Er bittet und fordert Entfaltung.
Oder wie man es etwas amüsanter formulieren könnte: Der Ideenhund will mit der Dame Inspiration Gassi gehen. Meine regelmäßigen Kolumnenleser wissen was gemeint ist.
Die Klausur schreckt nicht.
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Das gilt um so mehr für Kreative im Zweitberuf. Mich treibt gefühlt, die Zeit immer vor sich her.
Ich habe immer viel mehr Ideen als Zeit. Das ist schwer auszuhalten, denn man schafft immer nur einen Bruchteil zu verwirklichen und hofft die eigene Lebensspanne gibt einem noch genug Zeit, für den Rest der Ideen, die man schon konkretisiert hat. Und gleichzeitig erahnt man ja auch noch die Ideen, die sich erst zeigen und verzweigen, wenn man mit einem Impuls anfängt.
Deshalb ist jedes Zeitgeschenk willkommen...
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Was jedoch in diesen Tagen anders ist, ist das eine Wolke über allem hängt.
Neulich musste ich an meine Schullektüre aus den 80 er Jahren denken. Gudrun Pausewang: Die Wolke.
„Etwas“ liegt über einer leergefegten Landschaft und ist noch nicht wirklich sichtbar. Jedenfalls noch nicht in meinem persönlichen Umfeld. Nur als Statistiken, Bilder aus den Nachrichten und Pressekonferenzen.
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Der Mann einer Freundin von mir drückte es neulich in einem Telefonat so aus:
Wir finden uns auf einmal in einer kafkaesken Dystopie wieder, die man sich vor ein paar Wochen auch mit der ausufernsten Phantasie nicht hätte vorstellen können.
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Was wegbricht ist, die Dualität, die die Kunst braucht, um sich dauerhaft selbst zu (er-)nähren. Das „Nachaußentreten“, „in Kontakt gehen“, das “Publikum“, die „Besucher“, die „Zuhörer“.
Letztendlich die Kunden.
Kunst braucht Resonanz, sonst kann sie auf Dauer nicht klingen, nicht wirken, nicht leben.
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Und die Kreativen, wären nicht die Kreativen, wenn in diesen Tagen nicht vieles im Netz auftauchen würde, was einfach nur ganz wunderbar ist:
Eine Pianistin spielt Beethoven, DJ`s legen in leeren Club`s auf und veranstalten Watchparties, eine Opernsängerin singt eine Arie auf dem Balkon, eine Designerin veranstaltet eine Onlineausstellung, Museen bieten virtuellen Rundgänge an. Ein Schauspieler liest Schiller „Die Bürgschaft“ und ist selbst zu Tränen gerührt und rührt zu Tränen.
Am Ende des Tages bzw. des Shut Downs, müssen wir alle wieder Geld verdienen, um am Leben zu bleiben. Am besten noch vorher.
Deshalb gilt mehr denn je: „Support your local artist“.
Seht und fühlt, was für eine Lebensfreude, Ausdruckskraft, was für einen Blick auf`s Leben, welche Bereicherung, sie Euch bieten und schenken.
Vollständig bezahlen, kann man das, was aus dem Inneren kommt, sowieso nie ganz.
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Diese Werte braucht die Gesellschaft. Sie müssen das Virus überleben.
Genauso, wie die „systemrelevanten Berufe“mehr brauchen, als ein „Danke“ und Applaus.
Sie brauchen verdammt nochmal eine richtig gute Bezahlung!
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Deshalb haben wir jetzt die Gelegenheit inne zu halten und die nächsten Schritte bewusst zu setzen.
In diesem Sinne wünsche ich Euch, von meinem unheimlich aufgeräumten Schreibtisch:
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Stay strong and prosper!
Haltet durch und bleibt`s gesund!

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